Manomama – Menschen eine Chance geben

Manomama – Menschen eine Chance geben

Sina Trinkwalder, geboren 1978, ist Mutter eines 10-jährigen Sohnes und Unternehmerin. Zusammen mit Ihrem Mann leitete sie 13 Jahre lang eine Werbeagentur. Damals habe sie sich mit der Werbeagentur schon länger nicht mehr richtig wohlgefühlt, aber zum Kippen gebracht habe es erst ein obdachloser Flaschensammler. Er stand am Bahnhof und hat die von ihr weggeworfenen Hochglanzzeitschriften aus dem Müll gefischt. Auf die Frage hin, was er damit mache, antwortete er, dass er daraus Weihnachtsschmuck basteln werde. Das sei für sie der Schlüsselmoment gewesen. Sie ist der Meinung, man könne die Welt nicht verändern, aber jeden Tag ein bisschen besser machen. Deshalb manomama. Ihre Geschichte: „Wunder muss man selber machen”.

Manomama stellt ökologisch einwandfreie Textilien unter transparenten und fairen Bedingungen her. Das Ziel dabei ist Nachhaltigkeit. Verarbeitet werden ausschließlich ökologische Materialien, die über die eigene Website, den Laden am Moritzplatz in Augsburg und auch in weiteren Partnerläden deutschland- und österreichweit verkauft werden.

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Da die Banken nicht an das Konzept glaubten und Sina Trinkwalder kein Kredit bekam, jede Nähmaschine aber 1000 bis 6000 Euro kostete, hat Trinkwalder über Twitter und Facebook Maschinenpaten gesucht. Seit 2012 gibt es sogar eine Kooperation mit der Drogeriekette DM. Manomama produziert Stofftaschen unter anderem für DM, real-, oder EDEKA.

Bei Manomama arbeiten Menschen, die sonst auf dem normalen Arbeitsmarkt nur wenige Chancen haben. Beim Arbeitsamt werden sie als „Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen” geführt. Egal ob jung oder alt, gehandicapt, mit Migrationshintergrund, alleinerziehend oder ohne Schulabschluss – bei Manomama wird jeder als wertvolles und fleißiges Familienmitglied gesehen. Den Menschen soll die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden durch erwirtschaften eigenem Erwerb. Jeder bekommt einen Stundenlohn von mindestens 10 Euro und hat Arbeitszeiten, die mit der Familie vereinbar sind. Manomama ist eine gemeinsame „Familie” mit einer gemeinsamen Lebensaufgabe.

Manomama_Logo

Die Produktökologie verfolgt das Ziel – regionale wertgeschöpfte Produktion unter den strengsten ökologischen Maßgaben. Auf Materialien wie Elasthan und Elastomere sowie Chemikalien, die selbst bei Biotextilsiegeln erlaubt sind, wird verzichtet, denn die Umwelt soll nachweislich geschont werden. Dabei soll der Kunde ein „sauberes Stück” Kleidung bekommen. Alle Rohstoffe wie Hanf, Leder, Schurwolle oder Viskose kommen aus der Region. Lediglich die Biobaumwolle kommt aus der Türkei und Tansania. Alle Weiterverarbeitungsschritte werden im Umkreis von 300 km von Augsburg realisiert. Somit kann sich Manomama wirklich „hergestellt in Deutschland” auf die Fahne schreiben.

Mit den sogenannten „Mobilen Herzen” kann über die Website Kontakt aufgenommen werden. Auf selbständiger Basis soll dem interessierten Kunden die Idee nähergebracht, beraten werden und Hilfe beim Ermitteln der richtigen Größe gegeben werden. Außerdem können hier vor Ort bereits verschiedene Bekleidungsstücke angefasst und probiert werden.

Manomama sei kein Unternehmen, bei dem Gewinnmaximierung im Vordergrund stehe. Vielmehr wolle man beweisen, dass ein echtes Social Business in Deutschland möglich sei: faire Löhne, saubere Arbeitsbedingungen und das Schaffen von sinnvoller Arbeit, besonders für benachteiligte Gesellschaftsgruppen. Und wie man sieht – es geht doch!

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Die beeindruckende Geschichte dieses Unternehmens hat Sina Trinkwalder bereits in einem Buch mit dem Titel „Wunder muss man Selber machen” niedergeschrieben. Eine Botschaft müsse man haben, wenn man davon überzeugt sei, dass in Deutschland Textilien zu konkurrenzfähigen Preisen hergestellt werden können. Sina Trinkwalder sei keine Unternehmerin, die an eine Steigerung der Rendite durch Verlagerung der Jobs nach Asien glaubt – sondern an die fundamentale Bedeutung eines selbstverdienten Lebensunterhalts für Menschen, die dadurch mit Stolz an der Gesellschaft teilhaben können.

Website von Manomama

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Bildnachweis: Die in diesem Beitrag verwendeten Fotos wurden uns von Manomama zur Verfügung gestellt.

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