Geprüft auf Nadel und Faden – Der Prinz auf der Erbse

Geprüft auf Nadel und Faden – Der Prinz auf der Erbse

Zu Weihnachten verschenke ich dieses Jahr unter anderem eine selbstgenähte Patchworkdecke an meinen zwei Monate alten Neffen, damit dieser zukünftig kuschelig weich und warm auch auf dem Boden die Welt erkunden und seine ersten Drehungen vollführen kann.

Patchworken war meine erste Erfahrung an der Nähmaschine. Zusammen mit einer Freundin habe ich vor einigen Jahren einen Nähkurs besucht. An diesem Wochenende nähten wir eine Kissenhülle und erlernten einige Patchwork-Grundlagen. Beim Patchworken könnt ihr wunderbar verschiedene Stoff(-reste) miteinander kombinieren. Regeln gibt es hierbei eigentlich nicht. Ja gut, eine vielleicht doch, aber das bleibt die einzige, versprochen 😉 – bitte nur nicht dehnbare Baumwollstoffe verwenden. Die meisten Nähläden haben spezielle aufeinander abgestimmte Patchworkstoffe, was das Muster oder die Farbgebung betrifft, aber auch in der eigenen Schublade findet man ja manchmal noch das ein oder andere Schätzchen.

Die meiste Arbeit macht hierbei eigentlich das Bügeln, aber wissenschaftliche Studien haben ja bekanntlich belegt, dass Bügeln höchst meditativ sein soll. Und ein bisschen Entspannung vor Weihnachten hat ja noch keinem geschadet. 😉

Bei der Krabbeldecke habe ich mich für einfache Quadrate (15 x 15 Zentimeter) entschieden. Bevor ihr startet, bedenkt immer – je größer ihr die Quadrate oder das Muster wählt, umso weniger Schneide- und Näharbeit habt ihr. 😉

Der Prinz auf der Erbse - Bild 2

Wenn ihr die einzelnen Teile ausgeschnitten habt, legt ihr diese am besten schon mal probeweise auf dem Boden aus, damit ihr seht, wie die Decke später wirkt und notfalls noch etwas ändern könnt. Dann näht ihr die einzelnen Teile Streifen für Streifen aneinander. Wenn ihr einen Streifen bzw. eine Reihe fertig habt, dreht ihr das gute Stück zunächst um und bügelt die Nähte platt auseinander.

Der Prinz auf der Erbse - Bild 3

Wenn ihr damit fertig seid, könnt ihr die Streifen alle aneinandernähen. Spätestens hier zeigt sich, wie sauber ihr aufgezeichnet oder ausgeschnitten habt. 😉 Kleinere „Verschiebungen” kann man aber hinterher mit einer hübschen Ziernnaht gut verdecken. Wenn ihr alles vernäht habt, dreht ihr die Decke wieder um und, richtig, ihr bügelt auf der Rückseite auch wieder die neuen Nähte auseinander, die jetzt noch dazugekommen sind.

Jetzt legt ihr eine Schicht Volumenflies auf die linke Seite der Decke und näht alle Nähte (Stoff oben + Volumenflies) noch einmal nach. Wahrscheinlich müsst ihr jetzt ein bisschen schieben und ziehen, da das Vlies ja nicht umsonst Volumenvlies heißt. 😉 Zieht hierbei ruhig die zusammengefügten Stoffstücke etwas auseinander, damit ihr auch die Mitte der Naht trefft. So entsteht dann die typische Patchwork-Optik.

Der Prinz auf der Erbse - Bild 4

Zum Schluss legt ihr rechts auf rechts noch die Unterseite auf die andere Seite der Decke, und näht alles rundherum (Wendeöffnung nicht vergessen) zusammen. Jetzt nur noch auf rechts ziehen, die Wendeöffnung schließen und fertig. Aber mir scheint fast, als hätte ich noch was vergessen – richtig, noch einmal leicht über die obere Seite bügeln.

Der Prinz der Erbse - Bild 5

Mein persönlicher Tipp: Für den extraflauschigen Liegecomfort könnt ihr noch eine weitere Schicht Volumenvlies vernähen. Achtet dann darauf, dass ihr eine etwas größere Nahtzugabe nutzt, damit ihr auch alle Lagen erwischt, denn je höher ihr stapelt, umso leichter verrutscht auch eine dieser Lagen. Spätestens, wenn ihr die Decke 27 Mal von links auf rechts und wieder zurück gewendet habt, wisst ihr, was ich meine. 😉

Der Prinz auf der Erbse - Bild 6

Fazit: Relativ viel Arbeit, aber es lohnt sich. Egal was, egal wie. Ein Kissen, eine Decke, oder ein Läufer für den Tisch – mit euren Stoffresten könnt ihr hier alles nähen, wozu Ihr Lust habt. Eine schöne Gelegenheit, um mal wieder ganz tief in der Stoffkiste zu graben und alte Schätze wieder neu zu entdecken.

Der Prinz auf der Erbse - Bild 7

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