Die 90er Jahre

Die 90er Jahre

Sie haben die Videokassette nicht zurückgespult. Das macht 2 Mark!

Solche Sätze sind in der heutigen Zeit der Blue-Ray DVDs oder Video-on-Demand unvorstellbar. Damals… in den 1990ern hörte man diesen oder einen ähnlichen Satz jedoch häufiger, wenn die Videokassette nach einem kuscheligen Videoabend ohne vorherigem Zurückspulen zur Videothek zurückgebracht wurde.

Doch was genau war damals so anders im Gegensatz zu heute? Nun… so ziemlich alles war anders, wenn ich mich recht entsinne. Während wir gegenwärtig auf all unsere Fragen von Google eine Antwort erhalten, mussten wir früher mühselig den Brockhaus heranziehen und uns durch die gefühlten 10.000 Seiten kämpfen. Wenn wir aber doch mal ins Internet durften und die Geduld aufbrachten das Quietschen des Modems bei der Anmeldung zu ertragen, dann blieb nur zu hoffen, dass niemand im Haus telefonieren wollte, damit wir uns nicht wieder aus dem Internet auswählen müssen. Aus diesem Grund hatten wir auch nicht sonderlich viel Zeit für unser supertolles Windows-95-Internet, nicht zuletzt weil auch gegen 15 Uhr meistens bereits Freunde vor der Tür standen, die mit ihrem halb-kaputten Fußball unterm Arm schnell zu verstehen gaben, dass nun Zeit für den Bolzplatz ist… Während noch kurz Zeit für einen Frufoo-Joghurt war, rannten wir auch schon nach draußen, um auf dem Weg zum Fußballplatz beim Kiosk halt zu machen und einen Teil unseres Taschengelds für Chupa Chups oder für 5 Pfennig teure Brausetabletten zu „verpulvern“. Abends nach dem Spielen war man zwar kaputt, hatte aber insbesondere in den Sommertagen immer noch Zeit und Lust die Super Soaker Wassserpistole rauszuholen oder ein paar Knallerbsen auf den Boden zu schmeißen, zumal zu erwähnen ist, dass es oftmals vorkam, dass man schon früher nach hause kam, da die Fußbälle entweder kaputt gingen oder so weit in die Walachei flogen, bis sie gänzlich nicht mehr auffindbar waren. Während Jungen zudem draußen von Bäumen sprangen und eine plattgetretene Getränkedose (ohne Pfand) umherkickten, spielten die Mädchen Gummitwist oder Traumtelefon.

Lang lang ist’s her…

Spielte man mal kein Fußball nachmittags, fanden sich auch andere Dinge, die man mit seinen Freunden unternehmen konnte. Seltsamerweise wurden Verabredungen oft auf 15 Uhr gelegt… wahrscheinlich die beste Zeit, um nach der Schule noch schnell die Hausaufgaben in die farbigen Hefte (jedes Fach hatte eine Farbe) zu kritzeln und eine Zeichentrickserie, wie etwa die Gummibärenbande, zu schauen. Verabredungen konnten nicht kurz über WhatsApp und Co. abgesagt werden, da es keine Smartphones gab. Einfache Handys ohne Farbdisplay hatte ebenfalls kaum jemand, da diese noch nicht so verbreitet waren. Dies änderte sich jedoch 1999, als die Revolution kam: Das Nokia 3210… mit dem besten Spiel überhaupt: Snake. Dieses „Monster“ war schwerer als ein Ziegelstein und absolut unzerstörbar. Fiel es einmal auf den Boden, hoffte man, dass der Boden keine bleibenden Schäden vom Sturz erlitten hat. Doch wenn wir einmal weiter in der Zeit zurückspulen, sind die 90er weniger von Handys und mehr von riesigen postgelben Telefonzellen geprägt. Diese wurden entweder gemeinsam mit allen Freunden zur Bespaßung genutzt, indem kostenlose Rufnummern angerufen wurden oder wenn es wirklich einmal notwendig war, zuhause anzurufen, um mitzuteilen, dass man es heute nicht zum gewöhnlichen Abendessen um 18 Uhr schafft, weil die Freunde noch länger spielen wollten. Aber egal wozu die Telefonzelle genutzt wurde, Fakt ist, es hat immer irgendwo am Hörer ein Kaugummi geklebt… wahrscheinlich eins aus den tausend roten Kaugummiautomaten, die an nahezu jeder Ecke standen. Doch im Nachhinein stelle ich mir die Frage, habt ihr jemals jemanden gesehen, der diese Automaten auffüllte? Also ich nicht! Es scheint fast so, als wären die Kaugummis schon immer im Automaten gewesen. Die ganz coolen Kids unter uns hatten allerdings keine gewöhnlichen Kaugummis, sondern Kaugummizigaretten. Zugegebenermaßen war es ja auch echt cool so zu tun, als würden wir rauchen. Wenn ich mich an die Zeit zurückerinnere, fällt mir auf, dass es eigentlich relativ einfach war, mich zu begeistern… ob mit einer Junior-Tüte von McDonalds oder einer Wundertüte beim Einkaufen. Spielsachen gab es dabei immer genug.

Wenn unsere Eltern uns kein tolles Spielzeug mitbrachten, dann absolut wunderschöne bunte Kleidungsstücke. Während sich die Mädchen an den Spice Girls oder anderen schrill-bunten Outfits orientierten, mochten wir Jungs bunte Kleidung mit sehr, sehr weitem Baggy-Schnitt. Und wenn man der absolute Hingucker auf dem Pausenhof sein wollte, dann gab es nur ein Outfit, das alles in den Schatten stellte… na erratet ihr’s? Richtig… Die Adidas-Knopf-Jogginghose kombiniert mit den wahnsinnig stylischen Plateau-Schuhen der Marke Bufallo.

Dieses großartige Jahrzehnt besprechen wir ausführlich im Video „blabla.cafe und die 90er„!

 

 

Beitragsbild: © Quelle: iStockphoto.com/Lightcome

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