Geprüft auf Nadel und Faden – Tausche Winterspeck gegen Nähnadel

Geprüft auf Nadel und Faden – Tausche Winterspeck gegen Nähnadel

Geht es euch auch ab und zu so wie mir? 😉 Dann nutzt doch das neue Jahr, um einfach mal wieder ein bisschen mehr vor die Tür zu kommen. Es muss ja nicht direkt das Jahresabo im Fitness-Studio sein – auch, wenn es vielleicht noch etwas kälter ist – dick eingekuschelt mit könnt ihr auch jetzt schon schöne Spaziergänge machen.

Damit ihr auch alles Wichtige dabei habt, zeige ich euch heute, wie ihr ganz einfach (und sogar ohne Schnittmuster) einen (Sport-)Beutel nähen könnt. Gefunden habe ich die Anleitung auf der Seite „Alles für Selbermacher”.

Den Beutel werde ich aus Kunstleder nähen – passend dazu habe ich auf der Homepage direkt noch ein paar gute Tipps für die Verarbeitung gefunden.

Dieses Material imitiert von seiner Struktur und vom Aussehen her das Echtleder, ist allerdings in der Produktion wesentlich günstiger. Auf der Rückseite ist immer eine textile Rückseite (meist dünner Stoff oder Netzgewebe). Kunstleder besteht zum Großteil aus Polyester mit Viskoseanteil und ist somit rein synthetisch. Je nachdem, ob ihr Waschleder oder Stoffe in Lederoptik habt, könnt ihr diese auch in der Maschine reinigen, bei den anderen Stoffen sollte man lieber ein feuchtes Tuch zur Reinigung nutzen, da die Oberfläche sonst reißen kann. Da man Kunstleder nicht bügeln kann, sollte man versuchen starke Faltenbildung zu vermeiden. Kunstleder ist nicht so atmungsaktiv und wasserdampfdurchlässig wie echtes Leder.

Bei der Verarbeitung solltet ihr lieber Klämmerchen anstatt Nadeln nutzen, da die Oberfläche empfindlicher ist. Für Zuschnitte kann man einen Rollschneider oder eine Schere verwenden. Bei der Naht gibt es einen kleinen ganz einfachen Trick, um unschönes verrutschen zu vermeiden – ein Stück Backpapier zwischen Transporteur und Nähfuß. Das Papier kann man hinterher rückstandslos wieder abreißen. Je nachdem für welches Leder man sich entscheidet, lohnt sich die Investition in eine Ledernadel und Polyestergarn. Versäubert werden muss das Leder meist nicht, nur wenn ihr merkt, dass es direkt ausfranst, nehmt am besten einen breiten Zickzackstich.

So, genug gelernt, jetzt geht es aber los: Für euren tollen Beutel braucht ihr vier Stoffstücke – 2x Innenteil und 2x Außenteil – (ich habe mich für die „Erwachsenenmaße“ entschieden), die ihr in der Größe 42×55 Zentimeter zuschneidet.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 1

Genäht habe ich alles mit einer 90er Nadel und einer größeren Stichlänge, damit das Leder in Form bleibt und sich flach setzt. Bevor ihr jeweils die Innen- und Außenteile rechts auf rechts zusammennäht, markiert ihr euch von oben jeweils links und rechts sechs Zentimeter. Dann näht ihr die beiden Beutel an den Seiten und unten zusammen, spart aber die gekennzeichneten sechs Zentimeter aus.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild2

Die noch offenen Seiten näht ihr jetzt etwas um, damit ihr einen schönen Abschluss für die Kordel habt.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 3

Jetzt klappt ihr das Stück zur Hälfte um und bügelt die Kante kurz über, (natürlich nur, wenn ihr kein Leder verwendet) damit nichts mehr verrutscht- hier wird später die Kordel durchgefädelt.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 4

Danach zieht ihr das Außenteil auf rechts und legt den Innenbeutel auf links hinein. Dann steckt ihr die umgeklappten Ecken zusammen, jeweils eine Innenseite mit einer Außenseite und auf der gegenüberliegenden Seite genauso.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 5

Jetzt näht ihr knappkantig einmal jede Seite zu und dann noch einmal auf der „umgeknickten Kante“ von gerade, so dass ein Schlauch für eure Kordel entsteht.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 6

So sieht das Ganze dann aus, wenn ihr die beiden Teile zusammengenäht habt.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild7

Jetzt dürft ihr ein bisschen angestaute Energie herauslassen und den Hammer aus dem Werkzeugkasten holen. 🙂 Bevor ihr die Kordel einfädelt, bringt ihr noch die Ösen nach Anleitung an. Je nach gewähltem Stoff empfiehlt es sich, ein dickeres kleines Stoffquadrat auf beiden Seiten als Verstärkung zu hinterlegen. Dieses müsst ihr dann aber direkt zu Beginn an der Stelle einnähen, an der die Ösen sein sollen. Wenn ihr sowieso mit Leder arbeitet, ist der Stoff eigentlich dick genug.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 8

Jetzt zieht ihr nur noch die Kordel durch euren „Stoffschlauch“ einmal außen mit beiden Enden an der einen Seite und einmal innen mit den beiden Enden an der anderen Seite. Nur noch verknoten und schon habt ihr nicht nur eure Träger sondern auch euren tollen neuen Beutel fertig.

 

Mein persönlicher Tipp: Bei der Vorderseite könnt ihr gerne kreativ werden. Ich habe den Stoff meiner Rückseite noch einmal schräg über den anderen Stoff genäht. Um Schnittkanten oder Nähte zu verdecken, könnt ihr ganz einfach Spitze oder Schrägband (mit oder ohne Spitze) verwenden. 🙂

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 10

Um die Kordel besser einfädeln zu können, umwickelt ihr das Ende eng mit einem Stück Tesafilm, damit nichts ausfransen kann und klebt dieses Ende dann an einen Strohhalm, bevor ihr mit dem Fädeln anfangt. So schafft nicht die Kordel euch, sondern ihr die Trageriemen ganz easy. 🙂

Fazit: Die Kleinigkeiten, also Ösen und die Kordel erfordern ein bisschen Fingerspitzengefühl, aber ansonsten ist der Beutel schnell zugeschnitten und genäht und kann (je nach Gestaltung) schick oder sportlich lässig aussehen. Der passende Begleiter für kleine Ausflüge oder Spaziergänge, wenn jetzt endlich die Sonne wieder rauskommt.

Mein zweiter Tipp: Wenn ihr noch Stoff übrig und Lust habt, näht euch doch noch ein passendes kleines Täschchen. Hier könnt ihr euren Kleinkram verstauen oder ihr nutzt die Tasche für euren Kleinkram oder vielleicht für ein bisschen Nervennahrung für unterwegs.

Das Schnittmuster findet ihr auf der Seite farbenmix.de.

Zunächst schneidet ihr im Stoffbruch je zwei Außenteile und zwei Innenteile zu und schneidet euch ein Stück Klettband (ca. 10-13 Zentimeter) ab.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 11

Dann näht ihr die Innen- und Außenseiten jeweils rechts auf rechts unten und an den Seiten zu, spart aber die beiden unteren Ecken aus, da diese später den Boden bilden.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 12

Das Klettband näht ihr auf der einen äußeren Stoffseite mittig ca. zwei Zentimeter unter dem oberen Rand an. Das Gegenstück kommt auf die andere Außenseite auch mittig, aber weiter unten.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 13

Dies solltet ihr im Idealfall machen, bevor ihr die beiden Außenseiten aneinander näht und nicht erst danach, sonst wird es etwas komplizierter. 😉

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 14

Danach klappt ihr bei dem Innen- und Außenbeutel die noch offenen Ecken auseinander und näht diese zu. Das Zusammennähen wiederholt ihr bei dem Innenbeutel (hier muss aber kein Klettband angebracht werden).

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 15

Jetzt könnt ihr einen Beutel auf rechts ziehen und steckt diesen in den noch auf links gezogenen Beutel.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 16

Danach näht ihr die den abgesteckten Bereich zu – vergesst aber die Wendeöffnung nicht.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 17

Jetzt könnt ihr alles auf rechts ziehen und die Wendeöffnung schließen, indem ihr den Beutel oben herum noch einmal absteppt.

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 18

Schon seid ihr fertig! 🙂

Fazit: Super schnell genäht und macht echt was her. Für beispielsweise ein Mittagessen ist dieses Schnittmuster allerdings meiner Meinung nach zu klein. Daher zeichnet euch am besten eure gewünschte Größe (wie beim Utensilo) selber, damit alles, was ihr unterbringen wollt, auch genug Platz findet. Für die Innenseite passt am besten ein abwaschbarer Stoff. Der gibt Stabilität und falls mal etwas daneben geht, klappt die Reinigung mit einem feuchten Lappen super. 🙂

Winterspeck gegen Nähnadel - Bild 19

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