Mutiger werden...

Mutiger werden...

Eher der sicherheitsliebende Mensch würde ich wahrscheinlich ein Leben lang nur Mützen und Loops nähen, da ich mich darin mittlerweile sicher fühle. Sie werden nicht perfekt, aber ich weiß, wo welche Naht hingehört, welche Nadel, welcher Faden.
Aber meine Tochter kann nicht zwanzig Mützen und Loops tragen, sondern sollte auch mal einen neuen Pullover, ein Kleidchen oder auch Anzug tragen. Also mutiger werden, liebe Anna. Gedacht, getan.

Heute habe ich mal etwas, für meine Verhältnisse, komplett neues genäht. Nicht nur der Stoff war eine neue Herausforderung, da ich zum ersten Mal Sommersweat mit Kuschelsweat kombiniert habe, sondern auch der neue Schnitt und die damit verbundenen Säume waren neu. Und zu guter Letzt habe ich mich dann sogar noch an Taschen getraut.

Für alle, die schon länger nähen, wahrscheinlich keine wirklichen Herausforderungen, aber für mich ein riesen Berg, den es zu bewältigen galt.

Ich habe mich in den Snowgirls Stoff von Lillestoff sofort verliebt, als ich ihn sah. Liebe auf den ersten Blick – als ich die Mädchen zum ersten Mal in meinen Händen hielt, war ich komplett hin und weg. Es ist bisher mein absoluter Lieblingsstoff. Die Brauntöne und die Motive sind einfach nur wunderschön. Zudem ist das Material sehr schön anzufassen und auch zu vernähen.

Als neuen Schnitt habe ich mir die Mini Martha von Milchmonster ausgesucht. Es ist ein sehr vielseitiger Schnitt, den ich mir zurecht legen konnte, wie ich es wollte. Ich hätte auch noch eine Kapuze oder einen Kragen annähen können, aber – so wie nun gewählt – entspricht es einfach genau meinem Geschmack.

Ein einfaches tailliertes Kleid mit einer Bauchtasche, Halsbündchen und einfachem Saum.

Alleine das Schnittmuster auszuschneiden und zu kleben, hat mich viele Nerven gekostet, aber das ist auch nicht meine Lieblingsaufgabe. Nachdem dann aber der schöne Stoff zugeschnitten war, vergaß ich schon wieder die gelassenen Nerven.

Für mich ungeduldige, noch nicht perfekte Hobbynäherin stellten die sichtbaren abgesteppten Nähte die meiste Gefahr dar, das schöne Gesamtbild zu zerstören. Aus diesem Grund habe ich mir dieses Mal vor dem Nähen viel Zeit gelassen, meine Tochter erst zu Bett gebracht, alle anderen Arbeiten erledigt und mir noch einmal die Gebrauchsanweisung für meine Nähmaschine angesehen. Und diese Ruhe und Geduld war für mich der richtige Weg, eine schöne Naht zu zaubern.

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Da dies so schön klappte, habe ich mich dazu entschieden, ein Spitzenband zwischen das Ober- und das Mitteilteil zu setzen, um diese Trennung ein wenig zu betonen und es etwas aufzuhübschen.

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Die anderen Arbeitsschritte waren den früheren Arbeitsschritten gleich, nur dass ich nun die Ärmel und den Bauchsaum umnähen und nicht mit einem Bündchen beenden wollte. Wieder sichtbare Nähte, die mir etwas Sorge bereitet haben. Also habe ich nochmal die Gebrauchsanweisung der Nähmaschine hervorgeholt und mir einen schönen Zierstich ausgesucht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

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Mein Fazit, nachdem die kleine Snowgirl Mini Martha nun fertig genäht ist: Ich liebe sie und bin froh, dass ich mich getraut habe, etwas Neues auszuprobieren.

Vielleicht traue ich mich ja nächstes Mal an einen Kragen oder eine Kapuze, denn etwas gewagt zu haben, macht mich doppelt glücklich.

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